Exkursion zur UNO-City Wien: Einblick in die Arbeit der Internationalen Atomenergie-Organisation
Die 6. Klassen besuchten im Rahmen einer Exkursion die UNO-City in Wien, einen der vier offiziellen Amtssitze der Vereinten Nationen weltweit. Bei einer Führung erhielten wir spannende Einblicke in die Arbeit der Vereinten Nationen und insbesondere in die Aufgaben der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO).
Die UNO-City wurde zwischen 1973 und 1979 errichtet und beherbergt heute zahlreiche internationale Organisationen. Jährlich finden hier mehr als 3.000 internationale Konferenzen und Tagungen statt. Rund 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus aller Welt arbeiten an diesem Standort.
Ein Schwerpunkt unserer Führung war die IAEO. Die Organisation wurde 1957 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Wien. Ihre wichtigste Aufgabe besteht darin, die friedliche Nutzung der Kernenergie zu fördern und gleichzeitig zu verhindern, dass nukleares Material für militärische Zwecke verwendet wird. Dazu überwacht die IAEO weltweit Nuklearanlagen, unterstützt Forschung und Entwicklung in Medizin, Landwirtschaft und Energieversorgung und trägt zur internationalen Sicherheit bei.
Besonders interessant war die Architektur der UNO-City. Die sechs markanten Bürotürme besitzen die Form eines „Y“. Diese Bauweise wurde gewählt, damit sich die Gebäude möglichst wenig gegenseitig beschatten und möglichst viele Arbeitsräume Tageslicht erhalten. Die Türme sind um ein zentrales rundes Konferenzgebäude angeordnet.
Während der Führung erfuhren wir auch, warum Wien überhaupt zu einem UNO-Standort wurde. Österreich bot den Vereinten Nationen bereits 1967 an, ein internationales Zentrum zu errichten. Wien galt aufgrund seiner politischen Neutralität und seiner Lage zwischen Ost- und Westeuropa als idealer Standort für internationale Zusammenarbeit. Heute zählt Wien neben New York, Genf und Nairobi zu den wichtigsten UNO-Standorten weltweit.
Eine Besonderheit ist auch die Finanzierung des Geländes: Die UNO mietet die Gebäude von Österreich beziehungsweise der Stadt Wien zu einem symbolischen Pachtzins von nur einem Schilling pro Jahr.
Aktuell wurde Österreich nach seiner letzten Mitgliedschaft 2009/2010 erneut in den UNO-Sicherheitsrat gewählt und wird dort in den Jahren 2027 und 2028 als nichtständiges Mitglied vertreten sein. Damit übernimmt Österreich wieder eine wichtige Rolle in der internationalen Friedens- und Sicherheitspolitik.
Im Zusammenhang mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) gehört Österreich zu den weltweit führenden Staaten und liegt derzeit auf Platz 7 von 193 bewerteten Ländern.
Zum Abschluss der Führung wurde auch die Frage behandelt, welche Staaten nicht Mitglied der UNO sind. Heute sind nahezu alle international anerkannten Staaten Mitglieder. Die bekannteste Ausnahme ist der Heilige Stuhl (Vatikanstaat), der lediglich Beobachterstatus besitzt. Auch Palästina ist kein Vollmitglied, sondern Beobachterstaat.
Die Exkursion bot einen spannenden Einblick in die internationale Zusammenarbeit und zeigte eindrucksvoll, welche Bedeutung Wien als Zentrum globaler Diplomatie und Friedensarbeit besitzt.
Bericht: Christoph Lachawitz & Matthias Streibel
Fotos: Matthias Streibel